Was ist eine IP-Adresse?
Eine IP-Adresse (Internet Protocol) ist im Kern eine eindeutige Kennnummer für Geräte, die mit einem Netzwerk verbunden sind. Sie können sie sich wie eine Postanschrift vorstellen, nur für Ihre Aktivitäten im Internet. Seit ihrer Entwicklung in den 1970er-Jahren haben sich IP-Adressen so weiterentwickelt, dass sie heute festlegen, wie Geräte im Internet miteinander kommunizieren. Sie funktionieren wie GPS-Koordinaten für die Geräte (einschließlich Server) in einem Netzwerk. Ob Sie im Web surfen, ein YouTube-Video ansehen oder den nächsten Urlaub buchen: IP-Adressen sind immer beteiligt. Mehr über IP-Adressen lesen Sie bei Wikipedia.
Wie funktioniert eine IP-Adresse?
In der Regel weist ein Internetanbieter (ISP) jedem Gerät eine IP-Adresse zu. Da der Anbieter Ihnen den Internetzugang bereitstellt, ist er auch dafür zuständig, Ihrem Gerät eine IP-Adresse zuzuweisen. Ist Ihr Anbieter zum Beispiel die Telekom, Vodafone oder 1&1, dann vergibt dieser Anbieter die IP-Adressen für Ihre Geräte. Sobald Sie online sind, läuft Ihr Datenverkehr zuerst über den Anbieter und wird über Ihre IP-Adresse direkt an Ihr Gerät geleitet. Beachten Sie, dass IPv4 nur eine begrenzte Zahl vergebbarer Adressen bietet, IPv6 dagegen nicht. Dieser Artikel von HowToGeek (auf Englisch) erklärt, wie IP-Adressen funktionieren.
IPv6 und IPv4
IPv6 wurde als Protokoll der nächsten Generation entwickelt, das die Einschränkungen und Schwächen von IPv4 behebt. Da die beiden Protokolle leider nicht direkt miteinander kommunizieren können, wird IPv4 so bald nicht verschwinden. Das sind die wichtigsten Unterschiede:
- Adressformat – IPv4-Adressen sind numerisch, die Blöcke werden durch Punkte (.) getrennt. IPv6-Adressen sind alphanumerisch und werden durch Doppelpunkte (:) getrennt.
- Adresslänge – IPv4-Adressen sind 32 Bit lang, IPv6-Adressen 128 Bit.
- Prüfsumme – IPv4 enthält Prüfsummenfelder (Checksum), IPv6 nicht.
- Sicherheit – Bei IPv6 ist die Sicherheit Teil des Protokolls selbst, bei IPv4 hängt sie von der Anwendung ab.
- Eignung für Mobilfunknetze – Die dezimale Punktschreibweise von IPv4 eignet sich weniger gut für Mobilfunknetze. Die hexadezimale Schreibweise mit Doppelpunkten von IPv6 passt besser dazu.
- Beispieladresse – IPv4: 127.0.0.1; IPv6: 2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:7879
Trotzdem können beide Protokolle im selben Netzwerk nebeneinander bestehen.
Wie prüfe ich meine IP-Adresse?
Ihre IP-Adresse zu prüfen ist einfach. Auf dem Smartphone oder am Computer können Sie diese Seite oder eine der anderen „Was ist meine IP“-Seiten nutzen. Sie können auch „meine IP“ bei Google eingeben, und Google zeigt Ihnen Ihre Adresse. Beachten Sie aber, dass Google immer Ihre IPv6-Adresse anzeigt, wenn Ihr Netzwerk sowohl IPv4 als auch IPv6 unterstützt. Um Ihre IPv4-Adresse zu sehen, brauchen Sie eine Seite zur IP-Abfrage.
Wie ändere ich meine IP-Adresse?
Die eigene IP-Adresse zu ändern ist nicht so schwer, wie viele denken. Ein paar einfache Möglichkeiten:
- Netzwerk wechseln oder Router neu starten – Der Wechsel von einem Netzwerk zu einem anderen ändert Ihre IP-Adresse ohne Aufwand. Schalten Sie zum Beispiel das WLAN aus und nutzen Sie mobile Daten, ändert sich Ihre IP sofort. Ebenso zwingt ein Neustart des Routers Ihren Anbieter dazu, Ihrem Gerät eine neue IP-Adresse zuzuweisen.
- Ein VPN nutzen – Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) ist ein zuverlässiger Weg, Ihre IP-Adresse zu ändern oder zu verbergen, und macht es Dritten, auch Ihrem Anbieter, deutlich schwerer, Ihre Online-Aktivitäten zu überwachen. VPNs bieten viele Vorteile: Sie schützen Ihre Identität im Netz und ermöglichen den Zugriff auf regional gesperrte Inhalte bei Streaming-Diensten wie Netflix.
- Den Anbieter kontaktieren – Sie können Ihren Internetanbieter auch bitten, Ihre IP-Adresse zu ändern.
- Den Tor-Browser nutzen – Bei jedem Start des Tor-Browsers erhalten Sie eine andere IP-Adresse. Alle Websites, die Sie über Tor besuchen, sehen diese Adresse statt Ihrer echten IP.
Wenn Sie sich mit dem Internet verbinden, nutzt Ihr Gerät entweder eine statische oder eine dynamische IP-Adresse. Bei einer statischen IP verwenden Sie bei jeder Verbindung dieselbe Adresse. Dynamische IPs sind dagegen vorübergehend und werden jedes Mal neu vergeben, wenn sich ein Gerät mit dem Netzwerk verbindet. Statische IPs werden auch als dedizierte IPs bezeichnet und können für eine einzelne Organisation, etwa ein Unternehmen, reserviert werden.
Kann meine IP-Adresse meinen genauen Standort verraten?
Nein, und es wäre wirklich beunruhigend, wenn sie es könnte. Ihre IP-Adresse kann den registrierten Standort und weitere Angaben Ihres Internetanbieters preisgeben, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie Ihren genauen Standort zeigt. Prüfen Sie Ihre IP auf mehreren Websites, wird vermutlich jede einen anderen Standort anzeigen. Einige Angaben, etwa Ihr Land und Ihre Region, lassen sich jedoch anhand Ihrer IP-Adresse bestimmen.